Vernunft
Die Magie des Logos des geordneten Kosmos:
Wir können zu den Geschehnissen in ihm analoge Bewegungen unserer Gedanken finden.
Analoge mit der äußeren Wirklichkeit vergleichbare Gedanken Abstraktionen Erklärungen des materiellen Seins.
Wir glauben daran.
Dabei ist es unfassbar, dass zwei so unterschiedliche Ebenen der Wirklichkeit, unsere Gedankenkonstrukte und die materielle mit Händen greifbare Existenz,
nach gleichen oder vergleichbaren ähnlichen Gesetzen gestaltet sei.
Warum sollte der Kosmos die geformte Wesensnatur unserer Gedanken dem Kosmos der uns scheinbar umgebenden Wirklichkeit gleichen?
Warum ist es uns möglich unseren Geist so zu bewegen, dass die Verstehen genannte Geste uns nutzt?
Weil da ein Logos ist.
Verstehen als die Kunst der Selektion
Nach den Gesetzen der gewählten Perspektive, Belangloses ausblenden, ignorieren, vergessen, dass es uns nicht als störende ablenkende Assoziation belästigt.
Das Wesentliche in gewählter Perspektive abbilden, vom eigenen oder vom Standpunkt Anderer aus gesehen und beurteilt.
Wir deuten und verstehen die Welt, indem wir entscheiden, was bedeutsam sei.
Verstehen? Nein, Abbilden.
Sprichwort: Wenn man glaubt, etwas verstanden zu haben, ist man nur falsch unterrichtet.
Aus der Ritterzeit: Wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing'
Zeitgemäß: Wessen Sprache ich spreche, dessen Wahrheiten ich beweisen werde.
Symptome sind scheinbare Banalisierung Säkularisierung Verweltlichung des Erforschten!
Doch mit welcher Berechtigung geschieht dies?
Der Mythos Göttliches Heiliges sei stets fern unberechenbar unbegreiflich, diese Legende wird missbraucht zu beweißen, dass nichts heilig göttlich sei, da sich nichts finde, was sich dem Zugriff unserer Wissenschaften entziehe.
Offensichtlich noch bestehende Lücken werden durch Götze Zufall und noch bestehende Unvollkommenheiten unseres Wissens erklärt.
Es ist nur gewohnte Pose zu glauben, dass Begreifbares vom menschlichen Geist erfassbar sei, zwar nie in seiner Gesamtheit so doch ausschnittweise,
in allen seinen Teilen, von zahlreichen Sichtweisen Perspektiven aus betrachtet verstanden gedeutet.
Begreifbar zu sein, was heißt das schon?
Nicht mehr und nicht weniger als passende Gedankenpfade samt Reaktionen darauf zuordnen zu können.
Heilig sein, göttlich zu sein, was verbinden wir damit?
Erinnerungen an historische oder zeitgemäße Götzendienste.
Faszinierend, brauchbar sind Vorstellungen Ahnungen, die wir mit diesen beiden Begriffen verbinden:
Man befreie sie von dem Gefühl Mächtigem Unbegreiflichem dem Zugriff Fernem gegenüberzustehen.
Was bleibt als Destillat ist zumindest erinnerte Wahrnehmung, wenn nicht gar Erleben jetzt . . .
Projizieren Assoziieren Verbinden.
Welche Assoziation, was mit welchen Gefühlen Gedanken Vorstellungen verbunden wird, bestimmt der Glaube, der Konsens, die von der eigenen Kultur
uns aufgeprägten Kombinationsmuster.
Alles ist ein Verbinden von Gefühlen Gedanken reproduzierten Wahrnehmungen, gleichgültig, ob wir dieses Geschehen Erkennen Verstehen Begreifen, oder Vorstellung Interpretation Glaube Imagination nennen.
War es solcher Glaube, den der Nazarener als größte irdische Macht uns bezeugte?
"Nicht ich, dein Glaube hat dich geheilt." wies er viele zurecht.
Welches lateinische oder griechische Wort wird hier als Glaube übersetzt? Welche Nebenbedeutungen sind im aramäischen Begriff, den Jesus gebrauchte, enthalten?
Bewegter Spiegel
Wasserspiegelungen verlieren durch Strömungen durch Teichbewohner durch Windböen fallende Blätter Steine an Wahrheitsgehalt an Authentizität bis zur Unkenntlichkeit.
Dennoch entstehen oft bezaubernde Muster, vielfarbige.
Ähnlichkeit mit Abgebildetem geht dabei verloren.
Wie soll eine bewegte Oberfläche objektiv authentisch wiederspiegeln?
Nur selten ist ein Gewässer regungslos genug, erkennbare Wieder-Spiegelungen der Welt zuzulassen.
Unsere Wahrnehmungen der Wirklichkeit, was unsere Sinnesorgane hervorbringen,
als gespiegeltes Abbild der Außenwelt, was unser Bewußtsein erreicht,
wird reichlich bemalt ergänzt korrigiert wird verzerrt verfälscht gebrochen verschleiert.
Leidenschaften Hoffnungen Sehnen innere Bewegung Regung nach uns eigenen Gesetzen.
Wellen Turbulenzen Wallungen der Gefühle Improvisiertes Eingebungen.
Was sich so findet im Tümpel unserer Innenwelt an Bauten Konstrukten an Getier und Wucherndem.
Was wir von Anderen erworben haben und Fundstücke Eigenschöpfungen Selbsterrichtetes Erarbeitetes Zerstörtes als Zeugnis von erlittener Gewalt, Müll Anderer, Erlerntes Gewohntes wie die Welt sei, Vorstellungen subjektive ichbezogene Träume.
Malregel: Nicht schönmalen!
Häufig anzutreffender Kunstfehler beim Ideologienmalen:
Es wird schärfer, detailreicher gepinselt, als es die eigene Optik Perspektive das eigene Blickfeld zulässt.
Gleich Porträtisten, die Schönheit ihres Modells idealisierend.
Das Gemälde und kaum noch das Abzubildende wird betrachtet.
Träumend wird Alles Andere übersehen.
Jede Wahrheit, Ideologie, Religion, auch jede Wissenschaft blickt oft nur auf sich selbst, dass es ein geschlossenes hübsches stimmiges Weltbild werde.
An der gefälligen Manier am zeitgemäßen Stil des Bildes wird die längste Zeit gearbeitet.
Auf der Suche nach reinen Farben und ebenem Malgrund verirren wir uns im Wohlklang der Worte.
Es soll sich reimen nicht stocken und muss glänzen.
Man nimmt der Schattenspur der Welt die Silhouette.
Was bleibt sind dunkle wohlgeformte Flecken.
Suche nach Kategorien
Beim Verstehen, Interpretieren der Welt das rechte Maß finden.
Die Anzahl der zur Beschreibung benutzten Kategorien ist nicht Beweis von Objektivität.
Verlockend: Das Bild wird differenzierter farbiger räumlich begreifbar sichtbar fassbar.
Es verselbstständigt sich, wird autonom.
Das Bild ist kaum mehr Abbildung einer Realität.
Im Übereifer zu detailiert geworden, wird es oft unbrauchbar, da zuviel Erträumtes den Blick verstellt.
Differenziertheit beweißt niemals Wahrhaftigkeit.
Unterscheidungen können inszeniert, zu Wolkenschlössern aufgetürmt sein.
Gerade kulturgeprägte Mythen, die durch ihr hohes Alter und zahlloser Köche Arbeit sehr komplex, unüberschaubar wurden, verlocken dazu sie zu verstehen, indem wir ein Dutzend neue passende zugehörige Kategorien entwerfen.
Weiblichkeit Männlichkeit Heldenhaftigkeit Ruhm und Ehre Schande Sünde das Böse Wohlgeschmack Schönheit
Zeitgemäße Assoziationsbündel.
Verstehen heißt nur wiedererkennen
Etwas kennen deuten hindeuten auf Bekanntes.
Etwas erkennen, Bedeutung kennen, das Erkannte im Weltbild finden.
Die Aufmerksamkeit deutet an die zuzuordnende Stelle, samt Umfeld, samt Assoziationsumgebung, Zusammenhang.
Dass wir beruhigt den Wimpel Kenn-ich versteh-ich hissen können.
Dass unsere unwillkürliche Aufmerksamkeit, dieser Spürhund, nicht länger wühle.
Der Drang verstehen erkennen zu müssen, nährt jeden Zahir jede fixe Idee.
Fragen, die uns stundenlang beschäftigen, in Erinnerungen kramen lassen, obwohl sie eigentlich belanglos sind.
Wie hieß doch gleich?
Vergeudete geraubte Stunden.
Halt wider Labilität
Verstehen ist ein bedingter Halt.
Es ist eine nötige Utopie, ohne die unser Denken sehr an Stabilität Berechenbarkeit Sicherheit verlöre.
Es ist Baumaterial für Konsens Glauben gegenseitiges Mit-Fühlen jedes Übereinkommens.
Es ist funktionale effektive innere Geste - nicht mehr und nicht weniger.
Erklären, begreifen: Es wird benannt geordnet sortiert.
Mit einem 'Was' beginnende Fragen fordern Wahrheit Erklärungen Bedeutungen Analyse
Was ist ein Baum ein Mensch ein Tier?
Was ist Materie? Was ist Raum Zeit Ursache Gott?
Wonach fragen wir?
Wie Kinder fordern wir ein Bonbon von anderer Farbe, nach neuem Spielzeug, das aber zum alten passt.
Alte Begriffsspielereien Bedeutungskram!
Reproduktion Erklären Werten Reaktion
des Verstehen Urteilen
Wahrgenommenen Interpretieren
Erinnern Begreifen
Def: Verstehen
Was existiert ist Schöpfung, ist erschaffen.
Ohne Kommentar, ohne Interpretationen.
Verstehen heißt Blumen Malen
Reales Abbilden in einer Wirklichkeit von gänzlich anderer Art.
Ist ein Vergleichen dennoch gestattet?
Man kann Farbe auf Papier mit den realen Blumen der Vorlage vergleichen.
Doch ist selbst ein Polaroidfoto niemals eine Blume oder gar Wahrheit oder das Wesen der Blume.
Bedenke: Was als Sphinx, voll verborgener Wahrheit und Zauber erscheint ist oft banales systembedingtes Paradoxa.
Beispiele, deren Existenz im Einzelfall beweisbar ist, werden oft mißbraucht, um sich ganze neue Ordner samt Etikett durch sie einzurichten.
Auf die erreichbare Funktion sich bescheiden!
Finde Ich wesentliche Zusammenhänge für dieses oder jenes
Unterfangen, Vorhaben - prima. Praktisch. Hilfreich.
Machtmehrend.
Doch muss man sich nicht wundern, sollte dem eigenen Gedankengemälde widersprochen werden, sollte es unvereinbar sein mit anderen, die andere Ziele verfolgen und darum uns momentan Unwesentliches als wesentlich bewerten.
Im Hinblick auf, im Licht von... betrachtet, in funktionsbedingter Perspektive gesehen.
Ein Gedankengeflecht, -gewebe, -gebäude ist niemals absolut gültig, wesentlich zu nennen.
Existieren gemeinsame Interessen kann, sollte es zur Einigung der Abbilder des Realen kommen.
Gemalte neue Schattenbilder, neuerrichtete Gedankenschlösser.
Ein neues Bild, neue Perspektiven Überblick Ausblick.
Unsere Möglichkeiten unser Machtspektrum hat sich vergrößert
oder auch nur verändert.
Was wir wahrnehmen wird neu interpretiert effektiver brauchbarer verarbeitet.
Malregel: wider lineares Denken
Warum ein Geschehen nur linear, eindeutig verstehen, begreifen?
Zugeordnete Assoziationen füllen Räume.
Lieber Mehrdeutereien betreiben.
Multikausal denken, nach allen mitwirkenden Kräften Ursachen fragen!
Welche Definition Abgrenzung Bezeichnung Abbildungen von Objekten Subjekten Teilbereichen, samt gegenseitiger Wechselbeziehung ist für mein Vorhaben, für mein Interesse gegenwärtig wesentlich?
Das Wesentliche wird abgegrenzt, abgebildet, dass sein Bild
unserem Interesse, unserem Vorhaben genüge.
Auf das Wesentliche die zahllosen mitwirkenden Ursache-Wirkungsbeziehungen reduzieren
Durch eine Erklärung entsteht ein gewohntes geprägtes Muster
im Weltgebilde unserer Innenwelt, im lebenslang gestalteten Bauwerk aus Gebilden genannt: Bekanntes, Erfahrenes.
Eine Struktur im geformten Bildungsgebilde, im Erfahrungsinnengebäude
Tangram, Bedeutungskram
Erklärungen sind Tangram-Gefüge aus inneren Gesten.
Was man auch legt, einen Baum, ein Schiff, ein Haus, einen
Menschen, es bleiben die selben Holzblättchen.
Die Beziehungen untereinander, die durch aneinanderlegen entstehende Ganzheit, Ähnlichkeit der sogenannten Gesamt-Form ist selbst eine innere Geste, ein künstliches menschliches In-Beziehung-Setzen In-Verbindung-Bringen.
Nutzen und Stilfragen
Über den Wert, die Bedeutung eines Tangram-Gebildes aus Gefühlen und Gedanken entscheide seine Funktionalität und der individuelle oder kulturgeprägte Geschmack, also Stilfragen und Nutzen.
Nennt wahr, was existiert, synonym zu wirklich.
In-Beziehung-Setzen ist Vergleichen. Auch dies ist wahr als existierende innere Geste, ist wirklich - im Moment ihres Geschehens.
Welten bilden
Glaube Vertrauen dem Selbstentworfenem dem eigenen Werk der Darstellung der Wirklichkeit im eigenen Innenraum.
Nennt es nicht Lüge Selbstbetrug! Nennt es Welt-Bildung Begreifen!
Denn jeder Gedanke ist innere Geste Menschenwerk kulturgeprägt Frucht der Vergangenheit Baustein der eigenen Innenwelt.
Was ist Ergänzung Bereicherung?
Was Hindernis Schleier Hemmnis Verhüllung?
Was ist Scheuklappe den Blick begrenzend nur engste Ausschnitte zulassend?
Was hilft, die Aufmerksamkeit auf Wesentliches zu konzentrieren?
Was ist sinnvolles Instrument zur Weltbewältigung?
Man unterscheide brauchbare und störende Gedanken und missnenne sie nicht durch Wörter für Mythen wie: wahr falsch Wahrheit Lüge.
Räumliche gefärbte Weltabbildung:
Erklärungsmuster, Muster des Verstehens, Muster genannt Verstehen, Erklären, Begreifen.
Farben, abhängig von Beleuchtung und Blickwinkel.
Muster in der Farbe Warum Ursache Grund "Wie ist es
geschehen?".
Urteilsmuster Wertungsmuster wertende Farbe.
In der Farbintensität variierend von Glück Liebe Wonne über gefällt mir über genügt mir nicht mißfällt mir bis unerträglich und Abscheu.
Das Spektrum der Wertungsfarben muss zur Fläche erweitert werden, da für jeden Lebensbereich eigene zugehörige Formen der Ablehnung oder des Genußes in uns als Reaktion ausgelöst werden.
Jeder Abschnitt, jeder Winkel unserer inneren Welt lässt von Erfahrungen geprägte Assoziationen mit ertönen.
Darum ist Freude nicht gleich Freude und Hass nicht gleich Hass.
Oft überwiegen die Erinnerungen über das bloße Gefühl.
Eine andere Ebene des Realen mit eigenen Gesetzen
Ist unser logisches Denken, unsere Vernunft nicht un-natürliches kreatives Abbilden des Erlebten?
Ein Aufspüren, ein Verbinden, Zuordnen von scheinbar Vergleichbarem.
Ein Abbilden durch ein anderes Medium, das ähnlich genannte Strukturen aufzuweisen hat.
Worte Gedanken benennen, setzen in Beziehung, bilden ab, was z.B. physisch geschieht in einer anderen Realitätsebene, in einer geistigen Wirklichkeit.
Eine solche Grenzüberschreitung ist künstlich, ist unser Tun unser Werk unsere Schöpfung.
Darum ist dort auch möglich, was physisch nicht sein kann und umgekehrt.
Ich schließe die Augen und sehe eine Maus groß wie ein Wal gemütlich zwischen Wolken aus Käse treiben.
Ich versuche mir Quarks ein schwarzes Loch die Größe der Sonne die Vorgänge in einer einzelnen Zelle meines Körpers vorzustellen zu begreifen.
Es findet sich keine scheinbar passende Vorstellung Erfahrung Imagination hierfür.
Ich will naive Bilder kritzeln.
Mir bleibt keine andere Wahl.
Die akademische Bildung die Dürre trockene Theorie will ich meiden als Leben raubendes Gift.
